Schenkelberg vertraut auf BALDWIN
7/19/2006
Realisiert ein Zeitungsdruckhaus im Rotationsbereich ein Investitionsprojekt, so rückt zwangsläufig auch das Druckmaschinenzubehör ins Blickfeld. Die Schenkelberg Stiftung & Co. KGaA wählte Sprühfeuchtwerke und automatische Gummituchwaschanlagen von BALDWIN für die Ausstattung ihrer neuen Zeitungsrotation. Eine Entscheidung mit epochaler Note: Der Auftrag beinhaltet den 150.000sten je von BALDWIN hergestellten Waschbalken für vollautomatische Gummituch- bzw. Zylinderreinigungsanlagen.
Der Jubiläums-Waschbalken ist zusammen mit den übrigen BALDWIN-Systemen für eine KBA Colora bestimmt. Die Schenkelberg Stiftung & Co. KGaA wird die doppeltbreite Zeitungsoffsetrotation Mitte Oktober 2006 am Firmenstammsitz in Meckenheim bei Bonn in Betrieb nehmen.
Für die neue Druckmaschine (max. Papierbahnbreite 1.260 mm), die eine in die Jahre gekommene KBA Commander ablöst, hat das Unternehmen auf dem bestehenden Werksgelände eine neue Rotationshalle errichtet. BALDWIN wird die drei 4/4-Drucktürme der KBA Colora mit Sprühfeuchtwerken (24 Litho Spray Maxima-Sprühbalken) und einer Gummituchwaschanlage (12 Impact Global-Doppelwaschbalken) ausrüsten.
Schenkelberg (früher Druckhaus Bonn) produziert Anzeigenblätter, Tageszeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Beilagen sowie Roman- und Rätselhefte. Insgesamt sind es rund sechs Millionen Produkte pro Woche, die allesamt auf Zeitungspapiere in verschiedenen Weißgraden und Flächengewichten zwischen 45 und 80 g/m2 gedruckt werden. Während es sich bei den Anzeigenblättern bzw. Wochenzeitungen vorwiegend um Objekte eigener verlegerischer Aktivitäten handelt, werden die übrigen Produktgruppen ausnahmslos im Lohnauftrag gedruckt.
Am Standort Meckenheim beschäftigt das Medien- und Druckhaus rund 120 Mitarbeiter. Hier läuft die Produktion im Schichtbetrieb rund um die Uhr an sechs Tagen in der Woche. Nach Inbetriebnahme der neuen Rotation wird in dem Werk, das im Industriepark Kottenforst liegt, noch eine MAN Uniman in Betrieb sein. Weitere Druckkapazitäten stehen bei der Tochtergesellschaft Union Druckerei Weimar GmbH (MAN Regioman) und bei der Beteiligungsgesellschaft Ossi-Druck in Brandenburg/Havel (MAN Ecoman) zur Verfügung.
Die Firma Schenkelberg verfolgt das Ziel, ihre Marktposition unter Nutzung modernster Produktionstechnik nachhaltig zu stärken. In diesem Zusammenhang ist auch die Investition in die neue Zeitungsdruckmaschine zu sehen. Damit trägt das Unternehmen den Forderungen des Marktes nach durchgängiger Vierfarbigkeit und brillanterer Qualität im Druck sowie nach flexibleren Produktgestaltungs- und Inline-Finishing-Möglichkeiten Rechnung. Die dynamische Entwicklung hin zur Mehrfarbigkeit und zur Substitution der Druckproduktion mit Sonderfarben durch den Vierfarbprozess lässt sich an der immensen Zunahme der Menge verbrauchter Druckplatten ablesen. Binnen vier Jahren habe sich das Plattenvolumen verdoppelt, gibt Produktionsleiter Matthias Mertens zu Protokoll.
Die KBA Colora wurde im Großen wie im Kleinen darauf ausgelegt, eine schnelle, rationelle Produktion bei geringstmöglichen Rüstzeiten zu realisieren. „Bei einer Lohndruckerei läuft in der Regel alles sehr kurzfristig ab und wir produzieren im Gegensatz zur klassischen Zeitungsdruckerei kontinuierlich rund um die Uhr“, erläutert Matthias Mertens. „Gleichzeitig stehen im Lohndruckgeschäft die Preise weiter unter Druck, sodass bei jeder Investition Rationalisierungs- und Produktivitätssteigerungseffekte ausgeschöpft werden müssen.“ Diesen Bedingungen wird die Ausrüstung der neuen Rotation, die pro Schicht mit zwei Druckern besetzt sein wird, mit den Sprühfeuchtwerken und Gummituchwaschanlagen von BALDWIN gerecht. Von den Vorzügen beider BALDWIN-Systeme hatten sich Unternehmensleitung und Drucker von Schenkelberg im Dialog mit Kollegen und bei Besichtigungen anderer Druckhäuser überzeugt.
Entscheidung im Konsens
„Selbstverständlich prüften wir im Vorfeld die Angebote verschiedener Lieferanten. Allerdings ist in unserem Hause mit entscheidend, was die Mitarbeiter sagen“, erklärt Rebecca Schenkelberg, Prokuristin und verantwortlich für den operativen Bereich des Unternehmens, „denn schließlich müssen die Drucker tagtäglich mit der Technik klarkommen. Sie haben unabhängig voneinander entschieden, dass BALDWIN auch von den technischen Aspekten her die für unsere Bedürfnisse am besten geeigneten Lösungen bietet.“ So ist der Einsatz von Sprühfeuchtwerken in den Druckmaschinen des Schenkelberg-Unternehmensverbundes eine Novität. Mit Litho Spray Maxima liefert BALDWIN ein hoch präzises Sprühfeuchtwerk, dessen kompakte Sprühbalken komplett in Edelstahl und weiteren rostfreien Materialien ausgeführt sind. Durch spezielle Magnetventile und Düsen wird eine sehr gleichmäßige Verteilung des Feuchtwassers über die gesamte Breite des Feuchtwerks erreicht. Als besonders vorteilhaft beurteilt man seitens der Schenkelberg-Produktionsleitung die Constant C-Technologie. Sie umspült die Düsen der Litho Spray Maxima-Sprühbalken während der Produktion mit Druckluft und verhindert damit ein Verstopfen durch Farbnebel oder Papierstaub. Folglich hilft diese pfiffige Lösung Rüst- bzw. Hilfszeiten zu verkürzen.
Mit der Anschaffung der IMPACT Global-Anlage hat Schenkelberg gleichfalls die Senkung von Rüstzeiten im Visier. Da das Reinigen der Gummitücher in Meckenheim bislang noch aufwändige Handarbeit ist, wird der Rationalisierungseffekt, den diese Investition auslöst, sehr deutlich ausfallen.
Die Entscheidung zu Gunsten des BALDWIN-Systems begründet man bei Schenkelberg mit der einfachen Technik, dem geringen Wartungsaufwand und der leichten Bedienbarkeit durch das Druckmaschinenpersonal. Dazu kommen nach den Worten von Produktionsleiter Matthias Mertens die guten und konstanten Reinigungsresultate. Diese sind auf den Einsatz der mit einem umweltfreundlichen Reinigungsmittel standardisiert vorgetränkten PREPAC-Tuchrollen zurückzuführen.
Je nach gewähltem IMPACT Global-Reinigungsprogramm sprüht zunächst ein in die Waschbalken integriertes Sprührohr Wasser in das PREPAC-Tuch. Das Wasser löst diese Ablagerungen, bevor sie zusammen mit der Druckfarbe durch das angepresste Reinigungstuch schonend und gleichmäßig von den Gummitüchern entfernt werden.
Außerdem verweist Matthias Mertens darauf, dass die IMPACT Global-Gummituchwaschanlage im Gegensatz zu Bürstensystemen die Druckmaschine nicht verschmutzt. Diese Aussage fußt auf den praktischen Erfahrungen mit einem Bürstensystem, das am Druckstandort Weimar zur Verfügung steht.
Bedeutender Meilenstein für BALDWIN
Der 150.000ste Waschbalken aus der Entwicklung und Fertigung von BALDWIN ist ein weiterer Höhepunkt in einer langjährigen Erfolgsgeschichte. 1976, vor genau 30 Jahren, stellte BALDWIN in Augsburg die erste vollautomatische Gummituchwaschanlage vor. 1982 erfolgte der Einstieg in die Fertigung von Gummituchwaschanlagen für den Heatset- und Zeitungs-Rollenoffsetdruck. Ein weiteres wichtiges Datum war die drupa 1995, auf der BALDWIN erstmals das IMPACT-System mit den vorkonfektionierten PREPACs präsentierte. Die nächste Entwicklungsstufe wurde anlässlich der IfraExpo 2005 erstmals öffentlich vorgestellt: die IMPACT flex-Anlage, die dem Anwender die freie Wahl lässt, PREPAC-Reinigungstuchrollen oder konventionelles Trockentuchmaterial zu verwenden. Eine IMPACT flex-Installation lässt sich nachträglich durch BALDWIN ohne großen Aufwand von der einen auf die andere Betriebsart umrüsten.
Um den bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der BALDWIN-Reinigungstechnologie zu würdigen, besuchte kürzlich eine Delegation des Herstellers die Firma Schenkelberg. Peter Hultberg, der als Geschäftsführer von Baldwin Jimek das weltweite BALDWIN-Zeitungsgeschäft verantwortet, war aus Schweden angereist, um der Leitung des Zeitungsdruckunternehmens für die Wahl der BALDWIN-Technologie zu danken. Begleitet wurde er von Kurt Depner, Marketing Coordinator Europe, und dem zuständigen Vertriebsrepräsentanten Jürgen Elsenpeter.
Aus gegebenem Anlass überreichte Peter Hultberg Rebecca Schenkelberg einen eigens kreierten Award als Ausdruck der Wertschätzung und als Symbol für die Bedeutung dieses einzigartigen Meilensteins. Peter Hultberg sagte: „Wir freuen uns, dass der 150.000ste BALDWIN-Waschbalken an einen neuen Anwender unserer gleichermaßen bewährten wie innovativen Reinigungstechnologie geht.“ Rebecca Schenkelberg gab ihrer Überzeugung Ausdruck, dass sich die Reinigungs- und Sprühfeuchttechnologie von BALDWIN ideal in das auf maximale Produktionsflexibilität ausgelegte Konzept der neuen Rotation einfügen wird.
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